Zusammenfassung des Tages
Es erwartet uns ein weitgehend trockener Flugtag mit mäßiger Thermikentwicklung, die allerdings durch durchziehende mittelhohe und hohe Wolkenfelder spürbar gedämpft wird. Während die Wolkenuntergrenzen am Nachmittag brauchbare Höhen erreichen, verlangt der verzögerte thermische Beginn am Heimatplatz Geduld. Für Streckenflüge bieten sich vor allem die Schwäbische Alb sowie die westlich angrenzenden Regionen an.
1. Start, Abflug und Rueckkehr Thannhausen
Am Flugplatz Thannhausen weht der Wind ab dem Vormittag schwach bis mäßig aus ost-nordöstlicher Richtung, womit durchgehend die Piste 07 als Betriebsrichtung vorgegeben ist. Seitenwindkomponenten spielen mit Werten weit unter der Einschränkungsgrenze keine Rolle, während die Windböen am Nachmittag auf etwa 20 bis 25 Stundenkilometer auffrischen können. Der thermische Anschluss aus der Schlepphöhe gestaltet sich im oft zähen lokalen Umfeld erst ab etwa 12:30 Uhr aussichtsreich, da die bodennahe Erwärmung nur langsam in Gang kommt. Die Rückkehr sollte bis spätestens 17:30 Uhr eingeplant werden, da die Aufwindaktivität danach rasch erlahmt.
2. Thermik- und Streckenflugbedingungen nach Regionen
- Allgaeu: Bei Basishöhen zwischen 1600 und 2400 Metern über Grund dämpfen am Nachmittag ausgedehnte hohe Wolkenschichten die Sonneneinstrahlung spürbar, wobei das beste Zeitfenster zwischen 12:00 und 16:00 Uhr bei mäßigem Ostwind liegt.
- Schwaebische Hochebene: Die Wolkenuntergrenzen steigen ab 12:30 Uhr auf 1600 bis über 2000 Meter über Grund, bringen aber wegen dünner Schleierbewölkung und nachlassender Einstrahlung ab 17:00 Uhr ein eher verhaltenes Steigen.
- Schwaebische Alb: Mit gut nutzbaren Arbeitshöhen von 1600 bis über 2000 Metern über Grund und einer Mischung aus Aufwinden und lockeren Wolkenfeldern bietet die Alb zwischen 12:00 und 17:00 Uhr die verlässlichsten Bedingungen bei mäßigem Südostwind.
- Fraenkische Alb: Dichte mittelhohe Wolkenfelder schirmen die Sonneneinstrahlung über weite Strecken ab, sodass die Untergrenzen meist unter 1500 Metern über Grund bleiben und kaum nutzbare Aufwinde entstehen.
- Schwarzwald: Dort werden zwar Basishöhen von über 2400 Metern über Grund erreicht, allerdings dämpfen dichte hohe Wolkenschichten am Nachmittag die Einstrahlung bei böigem Ostwind erheblich; nutzbar ist der Bereich am besten zwischen 12:30 und 16:30 Uhr.
- Frankenhoehe: Bei mäßigem Wind aus östlichen Richtungen klettern die Untergrenzen ab 13:00 Uhr auf 1600 bis knapp 2000 Meter über Grund, leiden jedoch unter zeitweiser Abschattung durch kompakte Bewölkungsfelder.
3. Beste Linien und Uebergange
Die verlässlichste Streckenführung verläuft von Thannhausen aus nach Nordwesten in Richtung Schwäbische Alb und weiter Richtung Schwarzwald, da hier die besten Arbeitshöhen bereitstehen. Der Übergang vom Flugplatz über das Donautal auf die Alb erfordert aufgrund der zunächst niedrigen Wolkenbasis ausreichend Ausklinkhöhe und ein geduldiges Vorarbeiten. Querungen nach Nordosten in die Fränkische Alb oder nach Süden ins Allgäu sind wegen massiver Abschattung und deutlich schwächerer Aufwindbildung mit einem hohen Außenlanderisiko verbunden.
4. Modellvergleich: ICON vs. ECMWF
Beide Wettermodelle stimmen darin überein, dass kein Niederschlag fällt und der Wind durchweg aus östlichen Richtungen weht. Während das deutsche ICON-Modell vor allem auf der Fränkischen Alb und im Allgäu stärkere mittelhohe Wolkenbänke prognostiziert, rechnet das europäische ECMWF-Modell überwiegend mit hohen Schleierwolken, sieht dafür aber noch trockenere Luftmassen und etwas höhere Wolkenuntergrenzen. In den Daten fehlen bei beiden Modellen die Werte für den vertikalen Stabilitätsindex, und vereinzelte Gewitterenergiewerte im europäischen Modell weisen unplausible negative Vorzeichen auf, was insgesamt auf eine absolut gewitterfreie Luftmasse hinweist.
5. Fazit & Streckenflugempfehlung
Für ambitionierte oder große Streckenvorhaben ist der Tag aufgrund der späten Thermikentwicklung und der dämpfenden Bewölkung nur sehr eingeschränkt geeignet. Realistisch und erfolgversprechend sind vor allem kleinere bis mittlere Streckenflüge im Bereich von 150 bis 250 Kilometern. Die klar bevorzugte Route führt im Thermikfenster zwischen 12:30 und 17:00 Uhr als Schenkel entlang der Schwäbischen Alb nach Westen und wieder zurück.